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5 Einblicke in das Design in der Kinderheilkunde, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht

Erlebnisse in der Kinderheilkunde können sich störend auf die ganze Familie auswirken. Der Schweregrad der Krankheit spielt dabei keine Rolle. Und obwohl jede Familie damit anders umgeht, besteht das letztendliche Ziel immer darin, ein Gefühl der „Normalität“ wieder herzustellen.

Der Schwerpunkt sollte auf der Bereitstellung qualitativ hochwertiger Gesundheitsdienstleistungen liegen. Die Patienten und deren Familienangehörige erwarten dies ebenfalls. Sie erwarten jedoch noch mehr von einer Erfahrung in der Gesundheitsfürsorge. Das Erfahrungsdesign im Bereich der Kinderheilkunde muss sich über das übliche Mantra von „es soll Spaß machen“ oder „gestalte es kinderfreundlich“ erheben – achtsames Design muss die Ungewissheiten, die man mit einem kranken Kind erfährt, ebenso angehen, wie die Navigation durch ein komplexes Gesundheitswesen. Sogar noch wichtiger dürfte sein, dass es sich wie eine Erweiterung des Alltags anfühlt, beginnend bei der Art und Weise, wie man mit Emotionen umgeht bis zur Frage, wie schnell Patienten und deren Familienangehörige wieder in ihr Alltagsleben entlassen werden können.

Um Dienstleistern in der Kinderheilkunde und Designern dabei behilflich zu sein, haben wir unsere fünf Einblicke und Chancen zusammengestellt.

1. EINBLICK: Optimierung der Kinder- und Elternzeiten

Kinder und Eltern würden lieber gar keine Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen machen. Da dies für die meisten unvermeidlich ist, sind Erfahrungen so zu gestalten, dass darauf geachtet wird, dass jeder Augenblick geschätzt wird und jede Interaktion zu optimieren ist.

Chance: Nutzen Sie die Zeit von Patienten und deren Angehörigen sinnvoll.

Familien glauben, dass ihre Pflegeerfahrung sich ändern könnte, wenn sie rationalisiert wird. Setzen Sie die üblichen organisatorischen und Patientenziele zur Verbesserung der Effizienz ein, um bei jedem nichtklinischen Moment des Pflegeaufenthalts Zeit zu sparen. Eliminieren oder beschleunigen Sie das Einchecken und Warten. Belohnen Sie das Einhalten von Terminen. Beschleunigen Sie Auschecken und Entlassungen. Nehmen Sie sich dagegen mehr Zeit während der eigentlichen Interaktion, um Raum für Fragen zu schaffen und die Sorgen bei Bedenken zu mindern. 

2. EINBLICK: Herausforderungen plagen Eltern bei vielen nicht­klinischen Schritten.

Eltern wollen das Beste für ihre Kinder und sie arbeiten hart dafür, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu erfüllen. Und obwohl es bereits schwierig ist, dies zu Hause zu bewerkstelligen, kann es sogar noch schwieriger innerhalb des Gesundheitssystems sein. Eltern haben Schwierigkeiten bei der Terminerstellung, beim Schutz der persönlichen Gesundheitsdaten, beim Navigieren durch Einrichtungen mit Ausrüstung, Taschen und Kindern im Schlepptau und beim Ausfindigmachen zugänglicher Umkleideräume für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Die Liste kann fortgesetzt werden.

Chance: Machen Sie es zu einem Kinderspiel.

Machen Sie die Dinge „leichter“. Leichter gesagt als getan. Beginnen Sie damit, sich selbst in die Lage von Menschen mit einer Reihe an Einschränkungen zu versetzen (physisch, kognitiv und situationsbezogen). Ein Beispiel: Wie würde sich jemand in einem besonders großen Rollstuhl in kleinen Räumen wie Toiletten oder Untersuchungszimmern bewegen? Testen Sie aus, wie ein berufstätiger Alleinerziehender einen Termin vereinbaren kann, der mit seinem Kalender vereinbar ist. Erstellen Sie eine Liste anderer spezieller Probleme entsprechend Ihrer Umstände und lösen Sie sie für Ihre spezifischen Patienten- und Familienprofile.

3. EINBLICK: Kinder und Eltern wollen wie Familienangehörige und Fachleute behandelt werden.

Eltern wollen, dass die Pflegeerfahrung auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet ist. Es ist erniedrigend für Kinder, wenn über sie gesprochen wird, als ob sie nicht im Raum wären, auf dem Fußboden umgekleidet zu werden und die Sanitäranlagen nur mit Mühe nutzen zu können. Fragen Sie sich: Wie möchte ich, dass mein eigenes Kind oder Familienangehöriger behandelt wird?

Darüber hinaus macht jeden der Umgang mit komplexen Zuständen auf seine eigene Weise zum Experten. Kinder, besonders Teenager und deren Erziehungsberechtigte sind über das, was geschieht, gut informiert und wollen in den Pflegeplan miteinbezogen werden. Sie wollen bei Pflegeentscheidungen mitentscheiden und jederzeit auf Wunsch Zugang zu sachbezogenen Daten haben.

Chance: Weisen Sie jedem einen Sitzplatz am Tisch zu.

Wenn Sie jede Interaktion bei jedem einzelnen Patienten mit Mitgefühl vornehmen, bewirkt das, dass kein Augenblick eine untergeordnete Rolle spielt. In der Kinderheilkunde ist die Ausgewogenheit von Fachkenntnis und Mitgefühl wesentlich für den Fortschritt und den zukünftigen Erfolg – und bedeutet mehr als nur das Erfassen der Daten zur Patientenzufriedenheit. Mitgefühl sollte das gesamte Kontinuum umfassen – von der Terminerstellung, Einschreibung und Einchecken über die Navigation zur Nachsorge und der Pflege zu Hause. Der Antrieb sollte dort sein, wo die Dienste erbracht werden und wie sie innerhalb und außerhalb des Campus bereitgestellt werden.

4. EINBLICK: Wir sehnen uns alle danach, dazuzugehören.

Die Patientengruppen in Kinderkrankenhäusern unterscheiden sich beträchtlich, besonders, wenn es um die Fähigkeit des Patienten geht, an ihrem eigenen Pflegewerdegang teilzunehmen. Gleichzeitig wollen Kinder, ungeachtet ihres Alters, sich anpassen – umso mehr, wenn ihr gesundheitlicher Zustand sie isoliert oder stigmatisiert.

Chance: Setzen Sie auf Bekanntes.

Zusätzlich zur Bereitstellung altersgemäßer Umgebungen und Aktivitäten, stellen Sie ein Mitarbeiter- und Pflegeteam zusammen, das so vielfältig ist, wie die zu behandelten Patientengruppen selbst. Bei Kinderstationen innerhalb eines Gesundheitssystems für Erwachsene, stellen Sie sicher, dass sich Kinder und Familienangehörige beim Hereinkommen willkommen fühlen – nicht nur an der Eingangstür der Station. Bedenken Sie auch, dass Kleinigkeiten einen großen Unterschied bewirken können: Eine heiße Tasse Kaffee im richtigen Moment könnte unter Umständen der denkwürdigste Teil von jemandes Aufenthalt sein.

5. EINBLICK: In schwierigen Umstände hilft Ablenkung

Sobald Sie Mitgefühl, Leichtigkeit, Effizienz und Normalität erfolgreich in Angriff genommen haben, dann, und nur dann, können Sie das Vergnügen in eine Erfahrung mit der kinderheilkundlichen Gesundheitsfürsorge einbringen. „Es soll Spaß machen“, reicht hier nicht aus. Und was dazukommt, es ist nicht tiefgehend genug. Kinderstationen pulsieren stets durch den vielfältigen Mix an Altersstufen, Zuständen und Umständen.

Chance: Erfreuen, überraschen und gestalten Sie es persönlicher, wann und wo dies möglich ist.

Um dies zu bewerkstelligen, lernen Sie Ihre Patienten kennen, indem Sie digitale Profile mit deren Bedürfnissen und Vorlieben erstellen und probieren sie dann Lösungskonzepte für sie aus. Überlassen Sie Kindern und Eltern mehr eigenverantwortliche Kontrolle, um ihren Aufenthalt und Weg durch verschiedene physische und digitale Eincheck-Optionen individueller zu gestalten. Nutzen Sie zur Orientierung das Leitsystem und personalisieren Sie Zimmer und deren Ausstattung. Verbinden Sie Kinder mit ihren Gesundheitsinformationen mittels Funkarmbändern, Apps zur Visualisierung des Fortschritts und der Tagesprogramme. Die Erfahrung des Kindes oder Teenagers „spielerisch“ zu gestalten, birgt das Potential in sich, die Kinder nicht nur von den Sorgen abzulenken, die mit dem traditionellen Krankenhausbesuch einhergehen, sondern ermutigt sie gleichermaßen, auf positive Weise beteiligt zu bleiben.

Manchmal braucht es den Blickwinkel unvoreingenommer Kinder, das Offensichtliche zu sehen. Wir beobachteten Kinder, die sich an unserer Arbeit beteiligten und an die Problemstellungen und -lösungen direkt, einsichtig und fantasievoll herangingen. Wir sind tatsächlich der Ansicht, dass den kindlichen Einblicken in das Gesundheitswesen noch ein langer Weg vorbestimmt ist, wenn es darum geht, die Erfahrungen der Erwachsenen ebenfalls zu verbessern. Wie könnten Sie Kinder beteiligen, Ihnen bei der Lösung Ihrer größten Probleme zu helfen?

Strategic Innovation Designer
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