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Design für Wissenstransfer

Von einer neuen Entdeckung bis zu einer zugelassenen Behandlungsmethode dauert es 15 Jahre und weitere 15 Jahre, bis daraus ein klinisches Routineverfahren wird. Wir arbeiten daran, diesen Ablauf zu beschleunigen und nutzen Gebäude als Katalysator für Veränderung. Das funktioniert indem wir organisatorische, kulturelle und physische Barrieren abbauen, die Menschen daran hindern zusammen zu kommen und Wissen zu teilen.

Einrichtungen für translationale Medizin müssen die Bereiche Krankenhauspflege, Forschung, Entwicklung und Ausbildung mit einbeziehen. Diese Integration erfordert eine andere Herangehensweise bei der Entwicklung von Gesundheits- und Wissenschaftseinrichtungen. Durchdachtes Design kann Wandel ermöglichen, wenn Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie das vom Unternehmen erwünschte Verhalten fördern.

Dies ist wesentlich, weil immer dann, wenn Menschen zusammenkommen, wichtige Verbindungen geknüpft werden – Verbindungen nicht nur zwischen Menschen, sondern zwischen Abteilungen, Ideen und Räumen. So entsteht Innovationen.

Wir haben in diesem Bereich seit einem Jahrzehnt Erfahrungen gesammelt und haben die folgenden acht Punkte identifiziert, die zur Beseitigung von Barrieren beitragen und organisatorische und kulturelle Veränderungen ermöglichen. Diese acht hilfreichen transformativen Ideen führen zu einer erfolgreichen Wissensübertragung auf allen Ebenen. 

Die richtige Verbindung knüpfen

Umsetzung findet statt, wenn zwischen den richtigen Menschen eine Verbindung hergestellt wird. Ein Raum, der erschaffen wurde, um Menschen von ihren Arbeitsplätzen in der Klinik und in der Forschung anzulocken, fördert Interaktion, Gemeinschaft und damit letztendlich neue Ideen.

Nähe zählt

Forschungen an der Harvard Universität haben gezeigt, dass Nähe nicht nur für die Quantität, sondern auch für die Qualität der Zusammenarbeit wichtig ist.

Antriebsmoment

Ja, Nähe zählt. Die einfache Platzierung eines wissenschaftlichen Labors für Grundlagenforschung neben einem Krankenhaus garantiert keinesfalls, dass die Forscher mit den Gesundheitsdienstleistern interagieren. Innovationen nehmen durch Ideen Gestalt an, die zwischen Gruppen ausgetauscht werden, und nicht durch die Zusammenarbeit innerhalb einer Gruppe.

Vertikale Säulen & vertikale Integration

Das Schaffen von Anziehungspunkten und Versammlungsbereichen in einem Hochhaus erfordert ein Verständnis dafür, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um einen bestimmten Ort zu erreichen. Die Antwort ist, dass es von der Einzigartigkeit des Ortes abhängig ist. Ungehinderte Sicht auf angrenzende Stockwerke und strategisch verteilte, attraktive Bereiche können eine lebendige, vertikale Säule bilden.

Vertikale Integration und Sichtbarkeit schafft physische Wahrnehmung. „Auf einem anderen Stockwerk zu sein ist wie in einer anderen Welt zu sein“, beschreibt Betriebspsychologe und Managementexperte Thomas Allen, MIT Sloan School of Management.

Horizontale Integration

Indem starke horizontale Verbindungen und strategisch platzierte Orte sowie Versammlungsbereiche entlang von hoch frequentierten Verkehrswegen innerhalb eines Hauses geschaffen werden, – wie kleinere Shops, Kioske, Cafés oder Plätze im Freien – fördert es die Interaktion unter dem Personal, den Gesundheitsdienstleistern und Forschungsgruppen und schafft die Grundlage für interdisziplinäre Aktivitäten. 

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Die richtige Balance zwischen Gemeinschaftsräumen und individuellen Räumen ist wesentlich. Den Menschen Zeit und Raum zum Denken bereitzustellen ist essentiell, genauso wie die Möglichkeit Ideen auszutauschen mit Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen. Wir nennen das Wissenstransfer und wie eine gute Idee in ein real anwendbares Lösungskonzept übersetzt wird. Die Balance wird innerhalb der Teams erreicht. 

Vielfältige Netzwerke

Traditionsgemäß besteht das Kernnetzwerk der Translation aus Gesundheitswesen, Forschung und Ausbildung. Aber dies sind nicht die einzigen wesentlichen Verbindungen. Um einen Kreis zu vervollständigen, können viele Partnerschaften und Gruppen Teil des Netzwerkes werden.

Verfahren optimieren

Translationale Aktivitäten reichen von vorrangigen klinischen Pflegeanwendungen, über akademische Einrichtungen des wissenschaftlichen Gesundheitswesens, F&E-Programme von Unternehmen bis hin zum ultimativen Ziel der beschleunigten Umsetzung neuer Herangehensweisen im Gesundheitswesen. Leider ist der Prozess von der Entdeckung zur Therapie und von der Therapie bis zur Anwendung dieser auf breiter Ebene oft lückenhaft. Das Schließen dieser Lücken ermöglicht neue wissenschaftliche Entdeckungen schneller bei den Patienten ankommen zu lassen, um sowohl jedem Patienten individuell als auch dem größeren Patientenstamm an sich Nutzen zu bringen.

Director of Translational Health Sciences
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