Forschung

Forschungskooperation zum Krankenhausbau

Doktorandin Hannah Viergutz und HDR untersuchen Effizienz und Nachhaltigkeit im Krankenhausbau

Wie effizient und nachhaltig sind Krankenhausgebäude? Und mit welchen architektonischen Maßnahmen könnte es gelingen, Technologien und Infrastrukturen im Krankenhausalltag noch besser miteinander zu verknüpfen?

Mit diesen Fragen befasst sich seit Anfang 2018 Doktorandin Hannah Viergutz im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen dem Lehr- und Forschungsgebiet für Immobilienprojektentwicklung (IPE) der RWTH Aachen und HDR. Sie analysiert dabei die Architektur von Krankenhäusern hinsichtlich spezieller Effizienz- und Nachhaltigkeitsparameter. Die in einer Benchmarking-Analysemethode festgelegten Parameter werden von ihr anhand eines Kriterienkatalogs bewertet und in einer selbst entwickelten Datenbank zusammengeführt.

Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit verschiedener Krankenhausbauten im internationalen Vergleich zu analysieren und zu bewerten. Gleichzeitig entwickelt die Forschungsarbeit auch Methoden, Krankenhäuser im Alltag effizienter zu gestalten. Durch die Auswertung der Kenndaten von bereits realisierten Krankenhäusern entsteht für HDR zudem der große Vorteil, Optimierungspotenziale für zukünftige Projekte zu erkennen. 

Hannah Viergutz versteht Krankenhäuser als besonders komplexe, infrastrukturelle Gebäude, die Funktionalität, Effizienz und Design bestmöglich miteinander verbinden müssen. Dabei haben sie den Ansprüchen von Medizinern, Patienten und Besuchern genauso gerecht zu werden, wie dem hochdynamischen Wandel medizinischer Forschung und Technologien. Gleichzeitig steigen die wirtschaftlichen Herausforderungen für einen effizienten Krankenhausbetrieb. In diesem Spannungsfeld aus Technologie, Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit analysiert sie Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten moderner Krankenhausarchitektur. 

In Ihrer Promotionsarbeit „Effiency and Sustainbility in Hospital Planning“ fasst Hannah Viergutz die Erkenntnisse aus ihrer empirischen Untersuchung von realen Klinikgebäuden im In- und Ausland für die Planungspraxis zusammen und leitet darauf aufbauend Prämissen für eine effizientere und nachhaltigere Planung von Krankenhäusern der Zukunft ab.

Zusammen mit ihren Betreuern Michael König, Projektleiter Design & Wettbewerbe, und Stefan Meyer, Leiter Betriebsorganisationsplanung, wird sie die Methodik des Data Driven Design in ihre Forschung einbinden. Mithilfe des “Data Wranglers”, einem von HDR entwickelten Softwaretool, werden Flächen- und Kostenkennwerte für einen Architekturentwurf hinterlegt, um diesen schneller und effektiver auf Nachhaltigkeit und Effizienz zu überprüfen. 

Im Rahmen des Seminars „Healing Environment - Das Patientenzimmer von übermorgen“, welches Hannah Viergutz an der RWTH Aachen betreut, findet gemeinsam mit HDR
am 2. Dezember 2019 eine Konferenz zum Thema 
„(No) Future For Hospitals? – Mensch | Architektur | Technologie“ statt.

Über Hannah Viergutz

Hannah Viergutz schloss ihr Architekturstudium an der RWTH Aachen im Jahr 2015 ab. Seit Mai 2016 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin unter der Betreuung von Frau Univ.-Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Beusker an der IPE der RWTH Aachen.

2016 entwarf sie gemeinsam mit Michael König, dem Projektleiter Design & Wettbewerbe und Studierenden der IPE ein Kinderkrankenhaus. Im Zuge dieser Zusammenarbeit entwickelte sich die aktuelle Kooperation zwischen der IPE der RWTH Aachen und HDR.