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Gestaltung von Lernumgebungen: Hörsäle

In meinem letzten Artikel sprachen wir über Ein einfaches Mantra: Sehen + Hören + Handeln = ErinnernDies sind die Komponenten des aktiven Lernens. Bei der Gestaltung von Räumlichkeiten, von denen wir erwarten, dass darin Lernen stattfindet, muss das Sichtfeld, die Akustik und die Möglichkeit in Gruppen innerhalb der Räumlichkeiten zusammenzuarbeiten, gegeben sein. Lassen Sie uns betrachten, wie die Räumlichkeiten zum Lernen funktionieren sollten und wie das Konzept Sehen + Hören + Handeln = Erinnern angewendet werden kann.

Bei großen Hörsälen und Auditorien ist es wesentlich, direkt von Anfang an zu verstehen, wie aktives Lernen vonstattengeht und welche Kombinationen von Aktivitäten auftreten können. Für Einrichtungen ist es bei Projektstart häufig üblich, umfassende Anpassungsfähigkeit und Flexibilität zu fordern. Sie könnten sich beispielsweise eine Fläche für 500 Sitzplätze wünschen, die in mehrere kleinere Räume unterteilt werden kann, mit komplett beweglichen Mobiliar, damit der Raum ausgeräumt werden kann und für eine vollkommen andere Art der Aktivität (z. B. Veranstaltungen) genutzt werden kann. Auch wenn einige Architekten vorschlagen, dass dies leicht bewerkstelligt werden könne, die Realität ist, dass dies weder ein plausibles noch ein finanziell verantwortliches Lösungskonzept darstellt.

Architekten müssen vorab herausfinden, welche Anwendungen der Räumlichkeiten zum Tragen kommen und müssen den Anwendern helfen zu visualisieren, welches Erscheinungsbild der Raum/die Räume in jedem entsprechenden Szenario hat/haben. In der Realität müssen zuerst verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, um zu entscheiden, welches Ausmaß der Flexibilität das richtige Lösungskonzept bedient und dieses Konzept dann umsetzen. Hier sind einige Punkte, die vor der Entscheidungsfindung erörtert und beachtet werden sollten:

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Ein Hörsaal mit ansteigenden Sitzreihen.

Sehen

Die einzige Möglichkeit für 500 Personen zu sehen, was eine Person präsentiert, besteht faktisch in der Präsentation auf großen Bildschirmen, die sich in einem akzeptablen Sichtfeld befinden müssen. Es ist eine ziemliche Herausforderung ein Sichtfeld für 500 Personen in einem Raum bereitzustellen und dann das gleiche akzeptable Sichtfeld zu erhalten, wenn der Raum in, sagen wir mal, vier Räume für 125 Personen unterteilt wird.

Erhöhter versus flacher Boden: Für beide können Fallbeispiele gemacht werden. Es ist strittig, ob es bei einem erhöhten Auditorium leichter ist, ein besseres Sichtfeld zu haben. In diesem Fall platzieren wir oftmals zwei Sitzreihen pro Erhöhung, was den Studenten erlaubt, sich umzudrehen und mit der Reihe hinter sich Gruppenarbeiten während der Vorlesung auszuführen. Dies bietet einen zusätzlichen Vorteil dadurch, das die erforderliche Deckenhöhe, der Rampenwinkel und die Raumlänge kleiner ausfallen.

Bei einem Lösungskonzept mit ebenen Boden besteht die Option, die Bühne zu erhöhen sowie auch eine bewegliche Bestuhlung in Form von Tribünenplätzen bereitzustellen oder noch anspruchsvollere Lösungskonzepte. Dies verursacht natürlich zusätzliche Kosten für die verbesserte Flexibilität des Fußbodens. Das Sichtfeld auf die Bildschirme muss vorab sorgfältig konzipiert werden, ohne dass Studenten nach oben blicken müssen oder ihren Hals in einem unakzeptablen Winkel verdrehen müssen. Damit Studenten in der Lage sind Notizen zu machen, ist zusätzlich eine Arbeitsfläche in Verbindung mit der Bestuhlung erforderlich.

Hören

Die Akustik in einem großen Raum oder Auditorium muss auf die Raumnutzung ausgerichtet werden: eine Größe ist nicht für alle geeignet. Schalltechnischen Maßnahmen für musikalische Aufführungen von einem Orchester mögen sich ziemlich von denen unterscheiden, die für einen einzelnen Sprecher erforderlich sind. Wenn der Raum für eine Vielzahl von Funktionen genutzt wird, dann ist es äußerst wichtig, einen Akustikplaner im Designteam zu haben.

Wenn der Raum mit beweglichen Wänden getrennt wird, gibt es enorme Unterschiede bei den akustischen Eigenschaften von Trennwänden auf dem Markt. Nichts ist frustrierender, als in Trennwände zu investieren, nur um dann herauszufinden, dass Sie beim Gebrauch der Wände genauso gut hören können, was im Nebenraum vor sich geht, wie im Raum, in dem Sie sich befinden. Die Lektion hier lautet: Sollten Sie Trennwände anschaffen, investieren Sie in gute. 

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Eine Übertragung des Auditoriums im neuen Brendan Iribe Center in der University of Maryland ist bei der Eröffnung 2018 geplant.

Tun

Wenn der Raum nur für Präsentationen von Prominenten genutzt wird, die ungeachtet der Umstände eine Menge Leute anziehen, dann und nur dann ist die altmodische Theaterbestuhlung akzeptabel. In jedem Szenario, in dem Notizen gemacht werden, brauchen die Teilnehmer eine Abstellfläche für Tabletts, Laptops oder Notebooks. Als vielseitigste Einrichtung gelten fest montierte Tische und bewegliche Stühle. Dies ermöglicht den Studenten, herumzugehen und miteinander zu arbeiten, und bietet doch genügend Struktur, dass der Raum irgendwie geordnet erscheint. Wenn ebenfalls bewegliche Tische eingesetzt werden, muss der Stauraum für Tische und Stühle in der Nähe geplant werden, wenn der Raum in einer anderen Funktion genutzt wird.

Wenn man über eine vielseitige Einrichtung nachdenkt, sollten ALLE Studenten in Betracht gezogen werden. Das bedeutet, bereits direkt am Beginn des Designprozesses auf die Gangbreiten und den Platzbedarf für Behinderte zu achten. Universitäts-Klienten bitten die Architekten immer mehr darum, nicht nur gesetzliche Auflagen zu erfüllen, sondern darüber hinaus in einer Weise zu reagieren, die es Rollstuhlfahrern ermöglicht, in jeder beliebigen Reihe bei ihren Freunden zu sitzen und nicht nur ganz vorne oder hinten, um sie zu einem ebenbürtigen Teil der Studentengemeinschaft zu machen.

Der Entwurf von großen Unterrichtsräumlichkeiten kann bei richtiger Planung ausgezeichnete Lernumgebungen bereitstellen. Dies bedeutet, die Anwender bereits in der frühen Planungsphase zu beteiligen, damit sie behilflich sind darüber nachzudenken, wie die Räumlichkeiten unter Umständen genutzt werden und dann für diese Nutzungen die Lösungskonzepte zu erstellen. Manchmal bedeutet das einen großen Multifunktionsraum mit besonderer Aufmerksamkeit auf „Sehen, Hören, Handeln“ und manchmal lautet die richtige Antwort die Vereinfachung des Auditoriumsdesigns und die Schaffung anderer flexibler Räumlichkeiten.