Frankfurt Cancer Institute (FCI)

FCI hero

Frankfurt Cancer Institute (FCI)

Auf dem innerstädtischen Campus der Universitätsklinik Frankfurt schließt der Neubau des Frankfurt Cancer Institute, kurz FCI, eine städtebauliche Lücke zwischen dem gründerzeitlichen Georg-Speyer-Haus (Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie) im Osten des Baugrundstücks und den Gebäuden des Klinikums der Johann Wolfgang von Goethe-Universität westlich davon. Das FCI ist ein europaweit einzigartiges translationales Zentrum für die Erforschung und Entwicklung individueller Therapiekonzepte gegen Krebs. Das Haus schafft auf ca. 4.700 m² Nutzfläche Raum für über hundert Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungsbereichen. Interdisziplinär besetzte, dynamisch wechselnde Projektteams arbeiten eng zusammen, um in iterativen Zyklen zwischen Labor und Patient die nächste Ebene der Forschung zu erreichen. 

Der Baukörper besteht aus einem Kern, der funktionalen Actio und einer Schale, der städtebaulichen Reactio. Der Kern ist als massiver Bügel entworfen und nimmt in seinen Flanken die vertikale Erschließung sowie die Haustechnik in der verbindenden Querung auf. Dazwischen sind transparente Labormodule eingepasst und komplettieren das Innere als klaren Quader. Geschossebenen gliedern das Gesamtvolumen horizontal und bieten im Gegensatz zum inhaltlich fixierten Kern, Flächen zur multifunktionalen und flexiblen Bespielung als effizient nutzbare Kommunikations- und Wissenslandschaft. Zur Betonung der Horizontalität werden die Geschossplatten gleichwertig in der Fassade abgebildet – allerdings hinter dem alles umspannenden Vorhang, der das Gebäude gleich einem texturierten, leichten Gewand, umgibt – und sind im Sinne der Nachhaltigkeit und Regelung einer kontrollierten Sonneneinstrahlung durch variable Brüstungs- und Sturzhöhen, unterschiedlich gestaltet. Im Bereich der Brüstung wird die Fassade darüber hinaus zu einem multifunktionalen Möbel in Sitz-, Tisch- und Stehhöhe. Über dem Haupteingang im Erdgeschoss springt die äußere Hülle, als Reaktion zur Umgebung zurück, wodurch der Kern an dieser Stelle freigelegt und der Haupteingang betont wird. So öffnet und verbindet sich das Haus mit dem umgebenden Campus des Klinikums der Johann Wolfgang von Goethe-Universität.

Vorplatz, Garten und Innenhof – drei Identitäten bestimmen die Gestaltung der Landschaft in nächster Gebäudeumgebung. Während der Vorplatz als urbaner Campus sowie Visitenkarte des Gebäudes die neue Adresse ausbildet und in der Oberfläche geschlossen mit tropfenartigen Pflanzbeeten aufwartet, ist der Garten zu einem der angrenzenden denkmalhistorischen Gebäudeteile des Klinikgeländes durch den Neubau als gefasster Aufenthaltsort intim geschlossen. Im Gegensatz dazu hat der Innenhof zu Medicum und Georg-Speyer-Haus eine verbindende Funktion und dient allen angrenzenden Nutzern als vitaler Freiraum und terrassenartige Erweiterung. 

Um den Austausch und die Vernetzung zu fördern, sind die Forschungsbereiche im Gebäudekern mit hochflexiblen Aufenthalts- und Kommunikationszonen auf den Geschossebenen verwoben. Verglaste Trennwände verbinden die Großraumlabore mit den umgebenden Kommunikationsbereichen, die sich als fließendes Raumkontinuum um und durch den zentralen Gebäudebereich legen. Die Durchwegung fördert somit ein dynamisches Bewegungsprofil zwischen den Kommunikationszonen. Durch die differenzierte Ausgestaltung der Wissensbereiche – offen an einem langen „Stammtisch“ oder zurückgezogen in einer Lounge-Landschaft – sowie die zur Laborzone optisch und haptisch differenziert gestaltete Farb- und Materialwahl, bietet das FCI eine optimale und inspirierende Umgebung, die den interdisziplinären Austausch und Forschung auf höchstem Niveau fördert.

FCI hero
Auftraggeber
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Ort

Frankfurt am Main,
Deutschland

Größe
4.700 m²
Leistungen