Stadtentwicklung und Bahnhofsentwürfe für den Nahverkehr in Chengdu

chengdu linjiang village station aerial

Stadtentwicklung und Bahnhofsentwürfe für den Nahverkehr in Chengdu

Als eine der größten Metropolregionen Chinas plant Chengdu einen umfangreichen Ausbau seines Nahverkehrssystems. Dabei sollen gleichzeitig zehn separate Linien entstehen, die sich auf einer Strecke von fast 2.500 Kilometern durch die gesamte Stadt erstrecken.

Im Rahmen dieser Expansion führt die Stadt nahverkehrsorientierte Entwicklungsstrategien in der ganzen Stadt durch. Diese konzentrieren sich auf verbesserte Mobilität, höhere Fahrgastzahlen, die Erschließung neuer Märkte und die Verringerung von Verkehrsstaus. Wir erhielten eine Einladung, Entwürfe für zwei Bahnhöfe, der Linjiang Village Station und der White Buddha Bridge Station, einzureichen. Mit Unterstützung der Stadtplanungsexperten von HDR | Calthorpe widmeten sich unsere Büros in drei Ländern der Aufgabe. Nach einem konkurrenzfähigen Designwettbewerb wählte die Stadt im September 2019 unsere Entwürfe für beide Bahnhöfe aus. 

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Luftaufnahme unseres Konzepts für den Bahnhof White Buddha Bridge in Chengdu.

Der Plan für jeden Bahnhof war speziell auf die jeweilige Umgebung zugeschnitten. Die Designer des Bahnhofs Linjiang ließen sich von einem von Bergen umringten Tal inspirieren und für die Designer des Bahnhofs White Buddha war das „übers Wasser gehen“ das entsprechende Leitbild. Jedoch teilen beide Konzepte auch eine Reihe von stadtplanerischen Gemeinsamkeiten, die sie von anderen TOD-Designs (Transit-oriented Development) abheben. 

Schwerpunkt Fußgängerfreundlichkeit

Die meisten TOD-Projekte in China konzentrieren sich auf die Trennung von Autoverkehr und Fußgängern, wobei breite, stark befahrene Straßen nur durch Über- oder Unterführungen überquert werden können. Das Konzept von HDR legte den Schwerpunkt stattdessen auf die Schaffung kleinerer Straßen und eines für Fußgänger zugänglichen Viertels – ein wichtiger Aspekt in einer Stadt, in der das Straßenleben einen hohen Stellenwert hat.

Dieses fußgängerorientierte Design spiegelt sich in unserem Vorschlag für eine Neuausrichtung der Straßen wider, bei der bestehende „Superblocks“ zu einheitlicheren, zu Fuß durchquerbaren Orten umgestaltet wurden. Ein Schlüsselkonzept zur Förderung dieses Wandels waren Straßenpaarungen, bei denen sechsspurige Straßen jeweils in zwei dreispurige Straßen mit Richtungsfahrbahnen umgewandelt wurden. Diese gepaarten Straßen bieten nicht nur Fußgängern einfachere Überquerungsmöglichkeiten, sondern wir konnten durch Modelle zeigen, dass sie tatsächlich auch für Kraftfahrzeuge effizienter sein können.

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Links der aktuelle amtliche Plan für das Gebiet um die Linjiang Village Station, rechts unser Vorschlag mit kleineren Straßen und Blocks.

Verbindungen schaffen

Bei unserem Design für die Bahnhofsviertel liegen niedrigere Gebäude im Zentrum und höhere Gebäude ringsherum. Diese Anordnung, die eine Umkehrung vieler Entwürfe in dieser Gegend darstellt, erhält die allgemeine Bevölkerungsdichte des Viertels und schafft gleichzeitig Grünflächen und ein für die Anwohner entwickeltes Einkaufszentrum, was sich positiv auf den Fußgängerverkehr und Treffpunkte im Zentrum auswirkt. Versenkte Innenhöfe in beiden Bahnhöfen vereinen außerdem die ebenerdige mit der unterirdischen Ebene, wobei die untere Ebene von oben sichtbar ist.

Bei den vorgeschlagenen Bahnhofsentwürfen kommen zudem wichtige Nachhaltigkeitskonzepte zum Einsatz - CO2-Abscheidung und eine modulare Bauweise aus Brettsperrholz, begrünten Dächern, Sonnenschutzfolie und Wasserwänden.

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Auftraggeber
Chengdu Rail Transit Group
Ort

Chengdu, Sichuan
China

Größe
jeweils 60 Hektar
Leistungen